Ja, Mikrofaser lässt mehr schwitzen als natürliche Stoffe. Sie besteht aus extrem feinem Polyestergarn, und Polyester nimmt nur 0,4 % seines Gewichts an Feuchtigkeit auf, gegenüber 13 % bei Bambusviskose: Der Schweiß bleibt auf der Haut, statt durch den Stoff nach außen zu gehen.
Wer hierher kommt, sucht meist einen Ersatz: Die Bambuslaken von Looniva sind aus Viskose mit 300 TC, zertifiziert nach OEKO-TEX Standard 100 Produktklasse I.
Warum Mikrofaser schwitzen lässt
Der Körper verliert in der Nacht die ganze Zeit Wasser, auch wenn man nicht sichtbar schwitzt. Ein Stoff, der diese Feuchtigkeit aufnimmt, transportiert sie von der Haut weg und lässt sie an der äußeren Oberfläche verdunsten. Ein Stoff, der sie nicht aufnimmt, lässt sie liegen, und die Haut bleibt an der Faser feucht.
Polyester gehört zur zweiten Gruppe. Seine Feuchtigkeitsaufnahme liegt bei 0,4 % des Gewichts, gegenüber 13 % bei Bambusviskose (Journal of Natural Fibers, 2025). Ihn so fein zu spinnen, wie es eine Mikrofaser verlangt, verändert den Griff des Stoffs, nicht aber die Chemie der Faser: Sie bleibt hydrophob wie zuvor.
Hinzu kommt die Dichte. Feine Fäden liegen eng beieinander, und ein dichter Stoff lässt weniger Luft durch. Das Ergebnis ist das Gefühl, das man kennt, wenn man um drei Uhr nachts aufwacht: feuchte Wärme auf der Haut, ohne einen sichtbaren Tropfen auf dem Laken.
Zusammenfassung
- Mikrofaser ist Polyester, gelegentlich Polyamid, gesponnen in Filamenten, die feiner sind als ein Dezitex
- Feuchtigkeitsaufnahme von Polyester: 0,4 % des eigenen Gewichts, gegenüber 13 % bei Bambusviskose (Quelle: Journal of Natural Fibers, 2025)
- Kostet wenig, muss nicht gebügelt werden und trocknet nach dem Waschen schnell: die drei Gründe, warum sie die Regale füllt
- Unter 20 Grad nachts ist der Unterschied kaum spürbar; über 24 Grad wird er zum Hauptgrund für Aufwachphasen
- Auf dem Etikett steht 100 % Polyester: Das Wort Mikrofaser beschreibt die Feinheit des Fadens, nicht die Faser (Quelle: textile Konvention, Garne unter 1 dtex)
Was Mikrofaser ist
Mikrofaser bezeichnet ein sehr feines Garn, unter einem Dezitex: weniger als ein Gramm auf zehntausend Meter Faden. Es ist kein Name für ein Material. Die Faser darunter ist fast immer Polyester, in einigen Fällen Polyamid, und auf dem Etikett steht ihr richtiger Name.
Die Feinheit dient dazu, mit wenig Material eine glatte, dichte Oberfläche zu erzielen, und erklärt, warum ein Mikrofaserlaken wenig wiegt und wenig kostet. Sie erklärt auch das Missverständnis: Fein klingt nach leicht, leicht klingt nach kühl, und diese Kette bricht beim ersten Kontakt, denn die Kühle hängt davon ab, wie die Faser mit der Feuchtigkeit umgeht.
Mikrofaser oder Baumwolle: was sich im Bett ändert
Baumwolle nimmt etwa 7 bis 8 % ihres Gewichts an Feuchtigkeit auf: Sie holt sie von der Haut und hält sie in der Faser fest. Deshalb fühlt sich ein Baumwolllaken in einer sehr warmen Nacht irgendwann feucht an, doch die Haut war in der Zwischenzeit länger trocken als unter einem Kunstfaserstoff.
Mikrofaser macht das Gegenteil: Sie selbst bleibt trocken und lässt die Haut feucht. Dafür bügelt sie sich von selbst glatt, knittert nicht und hält Hunderte von Wäschen ohne sichtbare Veränderung, während Baumwolle nach zwei Jahren dünner wird.
Den vollständigen Vergleich aller Stoffgruppen finden Sie im Ratgeber Welcher Stoff für Laken der richtige ist.
Die Vorteile, die es gibt
- Preis: Ein Set kostet einen Bruchteil einer gleich großen Garnitur aus Naturfaser, und das ist der wichtigste Grund für den Kauf.
- Kein Bügeln: Es kommt glatt aus der Waschmaschine, und bei einem Bett, das jeden Tag neu gemacht wird, ist das ein echter Vorteil.
- Trocknet schnell: nützlich in Wohnungen ohne Trockner und in Zweitwohnungen, die nur zeitweise genutzt werden.
- Haltbarkeit: Farbe und Gewebe halten lange, auch bei häufigem Waschen und hohen Temperaturen.
Die Nachteile, nach Gewicht sortiert
- Feuchtigkeitsmanagement: Das ist der Mangel, der alles andere bestimmt, und man spürt ihn jede Nacht über 24 Grad.
- Luft kommt nicht durch: Das dichte Gewebe feiner Filamente schließt das Mikroklima zwischen Körper und Stoff.
- Statische Elektrizität: Im Winter laden sich die Fasern in trockenen Räumen auf und ziehen Staub an.
- Gerüche: Kunstfasern halten Körpergeruch stärker fest als Zellulosefasern und geben ihn bei niedriger Waschtemperatur weniger ab.
- Griff: glatt, aber etwas gummiartig, und bei feuchter Haut haftet es eher.
Wann Mikrofaser sinnvoll ist
In kühlen, gelüfteten Schlafzimmern, für Menschen, die nicht ins Schwitzen geraten, ist der Unterschied zu einer günstigen Baumwolle gering. Sinnvoll ist sie auch als Reserve-Wäsche, in Ferienhäusern am Meer, die nur wenige Wochen im Jahr offen sind, und bei Gästebetten, die zweimal im Jahr benutzt werden, wo Praktikabilität mehr zählt als langfristiger Komfort.
Wenig sinnvoll ist sie im Bett, in dem man an dreihundert Nächten im Jahr schläft, und in den Nächten des Sommers gar nicht. Welche Stoffe wirklich kühl halten, zeigt der Ratgeber zu Sommerlaken.
So erkennen Sie, ob Ihre Laken aus Mikrofaser sind
Der erste Blick gilt dem Zusammensetzungsetikett: Steht dort 100 % Polyester, ist es Polyester. Steht nur Mikrofaser, muss die Faser in der Produktbeschreibung gesucht werden, denn Mikrofaser allein ist keine gültige Zusammensetzung.
Ohne Etikett bleiben zwei Hinweise. Das Gewicht: Ein synthetisches Doppelbettlaken wiegt deutlich weniger als eines aus Baumwolle oder Viskose gleicher Größe. Und das Wasser: Ein Tropfen, auf den gespannten Stoff gegeben, bleibt auf einem Kunstfaserstoff lange an der Oberfläche, während er auf Baumwolle, Leinen und Viskose in wenigen Sekunden aufgesaugt wird. Dieselbe Lesemethode gilt für regenerierte Fasern, wie der Ratgeber Echte Bambusviskose erkennen erklärt.
Häufige Fragen
Ist Mikrofaser Polyester?
Fast immer ja. Mikrofaser bezeichnet die Feinheit des Garns, unter einem Dezitex, und die Faser darunter ist in der großen Mehrheit der Fälle Polyester, in einigen Polyamid. Das Zusammensetzungsetikett nennt den Namen der Faser: Lesen Sie 100 % Polyester, haben Sie eine Mikrofaser aus Polyester.
Sind Mikrofaserlaken Sommer- oder Winterlaken?
Sie funktionieren im Winter besser, in kühlen Zimmern, wo die geringe Atmungsaktivität wenig ausmacht und die Faser etwas Wärme hält. Im Sommer sind sie die schlechteste Wahl unter den gängigen, weil der Schweiß auf der Haut bleibt. Welche Stoffe für warme Nächte geeignet sind, zeigt der Ratgeber dazu.
Sind Mikrofaserlaken gesundheitsschädlich?
Es gibt keinen Grund, sie an sich als schädlich zu betrachten, und ein Stoff mit OEKO-TEX Standard 100 Zertifizierung wird auf Schadstoffe geprüft, die mit der Haut in Kontakt kommen. Das Thema ist der Komfort: Wer empfindliche Haut hat oder stark schwitzt, fühlt sich meist mit Fasern besser, die Feuchtigkeit von der Haut wegtragen. Bei Hautproblemen gilt die Meinung des Arztes, nicht die eines Etiketts.
Warum sind Mikrofaserlaken so günstig?
Weil Polyester eine aus Erdöl gewonnene Faser ist, die kontinuierlich und kostengünstig hergestellt wird, und die feine Spinnung erlaubt einen deckenden Stoff mit wenig Material pro Quadratmeter. Ein Set wiegt fast die Hälfte einer gleich großen Garnitur aus Naturfaser.
Edoardo Guarise